pars media // films // Celibidache - You Don’t Do Anything - You Let it Evolve // press

// Wolfgang Schreiber, SĂŒddeutsche Zeitung, Jul. 7, 1992
Surprising and at the same time illuminating: director Jan Schmidt-Garre has created a film that exceeds the considerable length of hundred minutes employing just a single theme, the patient observation of conductor Sergiu Celibidache during the creation of, during his work on music. The sensitive conductor, perhaps more hypersensitive than any other artist when it comes to disturbing his work, has let no one else approach him so closely. And: finally a portrayal of a musician without the family portrait at the end, without hackneyed phrases and foolish, sentimental remarks, without the typical attempts to expose indiscretions.
"You don't do anything, you just let it evolve", the film's subtitle is a citation from the philosopher of music Celibidache. Schmidt-Garre accompanied and observed the maestro at his rehearsals with the Munich Philharmonic and with the Schleswig-Holstein Youth Orchestra over the course of years. He succeeded in capturing the intensity, the concentration, as well as the human compassion with which Celibidache led his orchestral and choral rehearsals. And with which the conductor, true to his maxim that teaching is the most important human act, instructs his students about music and its rules. Whether at the University of Mainz or at a mill in France during his vacation (where he had taken a whole chamber orchestra from Italy), Celibidache teaches with wisdom, humor and infinite competence. Has the technique of conducting ever been explained so humanly? Or the difference between tension and intensity?
Schmidt-Garre has mastered the art of observing without intruding, as well as the art of discriminating commentary, thereby opening the way for charming episodes, such as "Celi's" meetings with old friends on his travels to Romania and Israel. It was more than obvious: Celibidache is not only greatly admired, he is also loved by many.


// Klaus Bennert, SĂŒddeutsche Zeitung, Mar. 21/22, 1992
Schmidt-Garres Film nĂ€hert sich dem Maestro mit unverhohlener Verehrung; daß dennoch das Bild eines genialisch Schwierigen mit all seinen WidersprĂŒchlichkeiten entstanden ist, wird dessen Naturell durchaus gerecht.


// Hans Göhl, MĂŒnchner Merkur, Feb. 11, 1992
Schmidt-Garre hat die Suggestivkraft erhöht, indem er auf alle "filmischen" MÀtzchen verzichtete und sein Material sorgsam und ruhig anordnete. Er zeigt mit diesem Film ausgesprochenes Dokumentations-Talent.


// Paula Linhart, filmdienst, Mar.31, 1992
Der Maestro offenbart sich in diesem Dokumentarfilm in einer Weise, die einer persönlichen Begegnung gleichkommt und die besondere Art und IntensitĂ€t seines musikalischen Kunstverstandes faszinierend im Werk offenbart. Obwohl teils lĂ€ngere, teils kĂŒrzere Schnitte das Szenarium auf die verschiedenen SchauplĂ€tze und AktivitĂ€ten ohne chronologische Einordnung verteilen, zerfĂ€llt der Film nicht in Abschnitte, sondern verknĂŒpft sie zur ĂŒbereinstimmenden Ganzheit. Er hĂ€lt die Spannung trotz seiner LĂ€nge bis zuletzt durch.
Jan Schmidt-Garre heftete sich drei Jahre mit seinem Team (sehr gute TonĂŒbertragungen) an Celibidaches Fersen. Schmidt-Garres Bewunderung fĂŒr den Dirigenten ist unverkennbar, doch hievt er ihn nicht aufs Podest erhabener Distanz. Der Film springt mitten hinein in das Erlebnis Musik und seine Faszination, und wenn er aufhört, nimmt man es mit nach Hause: als Dauergeschenk.


// Regina Leistner, Berliner Morgenpost, Apr. 12, 1992
Sehr liebevoll und sensibel produzierter Dokumentarfilm, ein Muß fĂŒr jeden Musikfreund.


// Albrecht DĂŒmling, Tagesspiegel, Berlin, Apr. 13, 1992
Man sieht, wie Musik entsteht - nach Aussage des Dirigenten ein Mysterium, eine Suche nach Wahrheit, die sich allen Definitionsversuchen entzieht. Musizieren ist fĂŒr ihn das Eintauchen in eine Welt der Zeitlosigkeit, der Ewigkeit. Wie geduldig der Dirigent mit dem Chor und den Solisten umgeht, wie klug im Film dann die verschiedenen Probenphasen aneinandergeschnitten sind, das ist hörens- und sehenswert.


// Carla Rhode, Tagesspiegel, Berlin, June 6, 1992
Ein eindrucksvolles, menschlich sehr anrĂŒhrendes PortrĂ€t des Dirigenten, ganz aus der musikalischen Praxis entworfen.


// Volker Hagedorn, Hannoversche Allgemeine, June 22, 1992
Einmal lĂ€ĂŸt Celibidache junge Musiker ohne Noten spielen. Irgendwas, drauflos. Nur auf seine Bewegungen sollen sie reagieren. Und diese Bewegungen sind so differenziert und unmißverstĂ€ndlich, daß ein strukturiertes Klanggebilde entsteht. Wer schon immer wissen wollte, wozu man eigentlich Dirigenten braucht, sollte diesen Film sehen. Wer schon immer wissen wollte, was Celibidache zum FrĂŒhstĂŒck ißt, wird es nicht erfahren.


// Andreas Obst, Frankfurter Allgemeine, Jul. 7, 1992
Der Film ist wie sein Gegenstand: geschichtslos, allein dem Augenblick verpflichtet, nachdenklich, verstörend, provozierend. Es ist ein bemerkenswerter Film ĂŒber den heute achtzigjĂ€hrigen Pult-Star, der sich in der Position des grĂŒblerischen Anti-Stars gefĂ€llt, selten nur Interviews gibt, tatsĂ€chlich jedoch zu dozieren liebt. Man wird sĂŒchtig nach Celibidache in diesem Film, der selten etwas anderes zeigt als das von Falten und Narben zerfurchte und von weißen, kinnlangen StrĂ€hnen, wie der greise Liszt sie trug, umrahmte Gesicht, oder man wendet sich ab, um nie mehr hinzusehen



// Peter Michael, Wiesbadener Kurier, Jul. 7, 1992
Keine der ĂŒblichen Huldigungen, sondern eher ein analytischer Essay.


// SĂŒdkurier, Jul. 7, 1992
Bei Proben, Diskussionen und Dirigierseminaren war der Regisseur mit den wunderbar beobachtenden KameramÀnnern Karl Walter Lindenlaub und Diethard Prengel zugegen. Das Schwierigste hat er vollbracht, das Leichteste vermieden: Statt "Standing Ovations" - Abfilmerei, glanzvoller Bilderbiographie und Fragen in Kotaurhetorik - hat Schmidt-Garre zugehört und hingeschaut.


// Wilhelm Roth, epd Kirche und Rundfunk, Jul. 11, 1992
Bei aller Einseitigkeit: Jan Schmidt-Garres "Celibidache" ist ein Film, der schon wegen seiner Einmaligkeit in die Fernseh- und Musikgeschichte eingehen wird. Von wieviel Fernsehfilmen kann man das sagen?


// Dieter Borchmeyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Oct. 20, 1995
Dem Regisseur und Philosophen gelingt es, die bizarre Persönlichkeit dieses Dirigenten, seine magische, allzuoft freilich despotisch-knechtende Wirkung auf Musiker und junge Menschen, aber eben auch sein unverwechselbares Musikerprofil nach allen Seiten auszuleuchten. Zu irgendwelchen Sottisen gab Schmidt-Garre Celi keine Gelegenheit, dafĂŒr entlockte er ihm eine Reihe von substantiellen musikalisch-praktischen Äußerungen, welche die Faszination des Pult-Gurus begreifen lassen.


// Jens Hagestedt, Szene Hamburg, Aug. 1993
Schmidt-Garre zeigt Celibidache bei der Probenarbeit mit verschiedenen Ensembles und, besonders eindrucksvoll, auf den verschiedenen Gebieten seiner weitgespannten LehrtĂ€tigkeit, in Theorieseminaren und bei der praktischen Unterweisung. Wie eine Sinuskurve geht die Rhythmik des eigentĂŒmlichen, problematischen Beziehungsverhaltens Celibidaches durch diesen Film: Immer wieder zeigt sich die ungewöhnliche FĂ€higkeit des Dirigenten, NĂ€he zuzulassen, immer wieder wird deutlich, daß sie die Unterwerfung des Anderen zur Voraussetzung hat. Ein anrĂŒhrendes, nachdenklich stimmendes Dokument.


// JĂŒrgen Seeger, Bayerischer Rundfunk, Dec 22, 1992
Man will nichts - man lĂ€ĂŸt es entstehen - der Titel weist auf den geistigen Hintergrund des Zen-Buddhisten Celibidache hin, der die Kunst des Bogenschießens auf musikalische Weise pflegt. Schmidt-Garre rĂŒckt dem Dirigenten auf den Leib, bewahrt dabei aber auf angenehme Weise Distanz. Ein anregender und im besten Sinne lehrreicher Dokumentarfilm.


// Dorothea Zweipfennig, Der neue Merker, Wien, Mar. 1993
Nichts wurde gestellt. 'Celi en nature.' Ein wichtiges Dokument.


// Gong, Jul. 25, 1992
Reserviert bis unwirsch gegenĂŒber Fans und Journalisten, so war man Maestro Celibidache gewohnt - bis zu diesem PortrĂ€t. Aber wer intelligente Fragen stellt und das Wesentliche, die Musik, in den Mittelpunkt stellt, kommt bei "Celi" offensichtlich gut an. Bis zur Filigranarbeit des Taktschlagens erlĂ€uterte er Jan Schmidt-Garre sein Handwerk, zeigte den mĂŒhsamen Weg der Proben bis zum seltenen Moment einer fĂŒr ihn perfekten Passage. Keine oberflĂ€chlichen Stimmungsbilder, sondern ein spannendes, leidenschaftliches PortrĂ€t musikalischen Gestaltungswillens.